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Betrachtung, Standpunkt

Wer im Glashaus sitzt …

Wenn Koryphäen sich um den Thron streiten, endet es oftmals in einer Schlammschlacht. Sich dem Internet bedienend werden Meinungen verbreitet und Stimmungen geschürt, die den auserkorenen Widersacher in ein endgültiges Aus katapultieren. Das world wide web ist die perfekte Nachrichtenzentrale und das Schönste dabei ist: Das www vergisst nie! Wurden erstmal Ungereimtheiten gestreut, verbreiten sich die Meldungen wie Lauffeuer. Noch Jahre später, wenn das Feuer längst gelöscht ist, findet sich fortwährend die Asche. Das neuste Kesseltreiben findet gerade in der Hundeszene statt. Ausgerechnet! Ist deren Ruf nicht bereits stark geschädigt?

Blasierte Hundehalter laufen mit ihrem Vierbeiner durch die Welt, als ob sie ihnen allein gehört. Anfragen und Bitten auf Rücksichtnahme werden taktvoll ignoriert oder beleidigend kommentiert. Auf Fachsymposien und bei Expertentreffen in Deutschland, bei denen sich verschiedene Koryphäen zum Meinungsaustausch dem öffentlichen Publikum stellen, werden pädagogisch wertvolle und nachahmungswerte Methoden ausgebuht. Aggressive, schreck- und schmerzauslösende Methoden, die den schnellen Erfolg bringen, ernten hingegen tosenden Beifall.

Und wie verhalten sich die Hundetrainer? Der hart umkämpfte Markt der Kundengewinnung, und vor allem -bindung, scheint die Gemüter zu veranlassen, den Ruf der Mitbewerber nachhaltig zu schädigen. Wo bitte soll das hinführen? Wird hier noch Zielorientiert gedacht? Geht es dabei wirklich noch um Menschen mit Hunden? Um Verantwortungsbewusstsein? Sollte ein Hundetrainer seine Kunden nicht dazu anhalten, angebotene Praktiken zu hinterfragen? Sind sie nicht für eine Halterschulung zuständig, die dem Hundebesitzer ein Reflektieren einzelner Vorgehensweisen ermöglicht?

In Deutschland mutieren Hundetrainer zu Comedians, die zur allgemeinen Volksbelustigung ganze Stadien füllen. Hunden werden Metallschüsseln über die Köpfe gezogen, mit Stachelhalsbänder vom Boden hochgezerrt, zu Kampfmaschinen ausgebildet, mit Wurfschellen und anderen Schreckreflex auslösenden Instrumenten oder über Elektroschock-Geräte zum Handlungsabbruch gezwungen. Hau-Ruck Trainingsmethoden für die schnelle Lösung werden einer beziehungsorientierten Erziehung vorgezogen.

Solange in Deutschland zu derartige Methoden gegriffen und die schnelle Lösungen bevorzugen wird, sich Trainer weiterhin des Alpha-Wurfs als beliebtes Mittel der Machtübernahme bedienen, darf aus einem solchen Land Kritik an ausländischen Kollegen geübt werden?

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